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US-Präsidenten aus "Jux" bedroht: Schüler stellen sich
 
Erpressungsschreiben nur "aus Jux und Dollerei"
 
Der angebliche Erpressungsversuch Pirmasenser Schüler gegen den US-Präsidenten George W. Bush ist aufgeklärt. Die drei Schüler, die von einem Schulcomputer aus eine entsprechende Nachricht auf der Internetseite des CIA hinterlassen hatten, haben sich der Polizei gestellt, wie Leitender Oberstaatsanwalt Eberhard Bayer gestern auf Anfrage bestätigte.
 
Wie mehrfach berichtet, war im März bekannt geworden, dass die Zweibrücker Staatsanwaltschaft sowie das Kaiserslauterer Fachkommissariat für Extremismus und Terrorismus gegen einen Pirmasenser Gymnasiasten ermitteln, der versucht haben soll, den US-Präsidenten zu erpressen. Nach RHEINPFALZ-Informationen hatten drei Mitschüler des Verdächtigen von einem Computer des Immanuel-Kant-Gymnasiums auf der Internetseite des US-amerikanischen Geheimdienstes "Central Intelligence Agency" - abgekürzt CIA - eine Nachricht hinterlassen, in der sie mit der Bekanntgabe unangenehmer Informationen über den Präsidenten drohten, sofern ihnen nicht eine Million US-Dollar gezahlt würden. Unterzeichnet war die Nachricht mit dem Namen eines vierten Schülers, der mit der ganzen Sache jedoch nichts zu tun hatte, so die Informationen der RHEINPFALZ. Der CIA erstattete daraufhin Anzeige gegen den vierten Schüler.

Mittlerweile haben sich laut Bayer die drei Schüler zu erkennen gegeben. Einer der drei habe eingeräumt, im Beisein der beiden anderen von einem Schulcomputer aus die Internetseite des CIA "www.cia.gov" aufgerufen und darauf eine Verknüpfung zu der Seite gefunden zu haben, auf der Nachrichten an den CIA hinterlassen werden können. "Aus Jux und Dollerei" habe dieser Schüler dann den Text verfasst, von dem er ausgegangen sei, dass er sofort als Witz zu erkennen ist, berichtete gestern der Leitende Oberstaatsanwalt über die Aussage des Heranwachsenden.

Die Ermittlungen in dem Fall seien damit so gut wie abgeschlossen, meinte Bayer gestern. Wie der angebliche Erpressungsversuch jetzt strafrechtlich gewertet wird, stehe noch nicht fest. Als Erpressungsversuch könne die Nachricht nach den jetzigen Erkenntnissen der Ermittler nicht mehr belangt werden, so Bayer. Beleidigung käme in Frage. Dahin gehend sei jedoch keine Anzeige erstattet worden. Rechtlich relevant könnte noch die Ordnungswidrigkeit des "Groben Unfugs" sein. "Das müssen wir noch prüfen." Als "Groben Unfug" bezeichnen Juristen nach Paragraf 118, Ordnungswidrigkeitengesetz, "grob ungehörige Handlungen", die geeignet sind, die Allgemeinheit zu belästigen oder die öffentliche Ordnung zu beeinträchtigen. Dies wird mit einer Geldbuße geahndet.

Der Verfasser sei zum Tatzeitpunkt gerade erst 18 Jahre alt geworden, allerdings könne in diesem Fall noch mal von einer "Jugendverfehlung" ausgegangen werden, schätzte der Leitende Oberstaatsanwalt. "Auf jeden Fall war es ein Riesenblödsinn." (kka)

RON - RHEINPFALZ ONLINE, Freitag, 9. Mai , 03:45 Uhr
 

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